• Josefine Rosenbaum & Heinrich Wolkenstein

Wenn die Scheiterhaufen wieder brennen

Von Steffen Ostwaldt


Flammen sahen wir gestern Nacht,

blickten gemeinsam der Auflösung entgegen,

kämpfend Schlachten Hand in Hand,

denn nur Liebe schenkt dir befreiend Segen.


Seh ich Schatten dunkler Heere ziehen,

verdunkeln Wolken unser blühend schönes Tal,

Ährenfelder unserer Fürsten brennen,

und fliesend Tränen sind Zeugnis dieser Qual.


Unzählige Dörfer waren geplündert überfallen,

in jedem Haus siehst den Tod am Herd du stehen,

in fast wirklich allen Herzen steht geschrieben,

ich will meine Wahrheit jetzt nicht sehen.


Unzählig viele sinnlos starben an den Fronten,

kämpften eisern Mannen ihrer Liebe bis aufs Blut,

doch weil die Königin ihren Stab der Macht nicht hielt,

verloren Krieger Kraft wie ihren letzten Mut.


An alle Mannen Diener Alemannen Krieger,

Rückzug, Rückzug erschallet laut gehört das Horn,

keinen Sieg konnten wir bis jetzt erringen,

erklingt Befehl aus erster Reihe vorn.


Mann um Mann haben wir verloren,

getroffen Leiber Schwert um Schwert,

kaum einer ergriff sein Herz für sich,

als sei Ehre keinen einen Heller wert.


Keine Liebe mehr wir gemeinsam teilen,

speisend Herzen Blut die roten Flüsse,

verzehrend Sehnsucht dich ergreift,

uns erinnernd der erfüllend Königsküsse.


Mein König schaufelnd Gräber tief,

für seine engsten getreuen Streiter,

dankend allen Kampfes Ehrenruhm,

ward der Botschaft erhellend Wegbereiter.


Tränen ob der Toten mich zerreißen,

trug Königinnen unter Tränen ich zu Grab,

alle Hoffnung legt ich ehrend nieder,

mein Blut zur letzten Ehr gezollt ich gab.


Wenn die letzten Stehenden vom Ego ergriffen,

ihre stolzen Fahnen des Herzens lassen fallen,

hörte des Königs Schreie Schmerz zerreißend Echo,

bis zum windig Ostenmeer wie der Berge in St. Gallen.


Einzig blickend auf zu Krishna,

umringt von Tod auf dem Kuruksetra Feld,

ein Lächeln zierend meine Lippen,

weil das dem Herz als einziges gefällt.


Nutzt kein Trauern um die Toten,

kann nur der Tugend höchstes Wissen dich vor Leid bewahren,

liebende Seelen verlassen begrenzend Körper voller Sehnsucht,

eingereiht in Engels dienend Heeres Scharen.


Sah mein Herz umringt von Feuer,

haben ganze Königreiche wie in Luft sich aufgelöst,

hielten freie Herzen freien Willens sich gefangen,

und nackte Tatsachen so entblößt.


Wenn du im Kampf deine Liebe verlierst,

kannst dich erheben nur durch deine eigene Kraft,

wenn du wieder ja zu deinem Herzen sagst,

beginnt zu laufen ersehnter süßer Lebensaft.


Wacker aufrechten Stolzes angeschürt,

als Überlebende wir verbündet stehen,

halten sicher Herzen Bundes fest geschlossen,

will erhoben Hauptes in meine Freiheit gehen.


In meinem offen Herzen Lotusblühen,

erkenne ich Krishna als meinen einzigen Herrn,

wenn nur in seinem Blick ich bleibe,

kann nichts den Weg nach Hause versperrn.


Hoffnung schlägt in meinen Adern,

voller Kraft gehalten mein dich schützend Schild,

meiner Liebe kannst dir sicher sein,

bin nur zum Sieg entschieden ich gewillt.


Still im Frieden halt ich meine Königin an der Hand,

sind voller Freude trotz der unzählig vielen Toten,

Arjuna vor dem knisternd Feuer liegt,

und leckt genüsslich seine Pfoten.


Weil die Egos sich nicht ändern,

werden die Scheiterhaufen wieder brennen,

durch missbraucht Vertrauen fehlend Demut,

Gottes Allmacht will nicht anerkennen.


Der Mensch nimmt seinen Segen nicht an,

drum herrscht im Herzen Krieg,

so freu ich mich schon auf deine Wiederkehr,

und ich mit dir in Krishnas Garten lieg.


Das Erbe wurd nicht angenommen,

und wie gewonnen so zerronnen Sieg,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

und auf zum Himmel Göttin stieg.


Keine Ahnung was noch kommt,

wir sind jedenfalls offen,

und vielleicht hat dich einer dieser Reime,

bis tief in dein Herz getroffen.


Hare Krishna



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