• Josefine Rosenbaum & Heinrich Wolkenstein

Das Erbe deines Vaters

Von Steffen Ostwaldt.


Der Unendlichkeit steh zugewandt,

ergeb mich quellenreißend Schöpfungsstrom,

schreib ich deines Vaters Erbe,

übertragen Amt dir Königssohn.


Komm zu mir Sohn,

denn hörte ich meines Vaters Stimme,

offen bald des Todes Tore,

und letzte Stufen ich erklimme.


Alle Verantwortung ward dir übertragen,

seit deiner allerersten Erscheinung,

verwalte herzgerecht dein Karma,

auch wenn dein Ego andrer Meinung.


Dein Königreich ist dein Gewissen,

sei gütig Heerscher deiner Welt,

drum hüte dich vor Selbstbetrug,

bevor dein Reich daran zerfällt.


Sei entgegen allen Menschen offen,

voller Tugend im Herz vereint,

unterwerfe gnadenlos dein Ego,

denn bist nur du dein größter Feind.


Erwarte kein Gefolge oder Zuspruch,

weder Treue noch knechtend Schuldenpfand,

alles was du von anderen erwartest,

gib dir selbst aus deiner Hand.


In der Egowelt herrscht Krieg,

keinem Menschen kannst vertrauen,

kannst inzwischen flüchtigen Illusionen,

deine Heimat nur im Herz erbauen.


Die Allmutter sei deine Königin,

ergib dich dienend ihrer Gnade,

nur die Herrin aller schöpfend Kräfte,

wird dich leiten deiner Pfade.


So lange deine Männlichkeit und Schwert,

sich aus Kundalinikräften nur erbaut,

so lange steht die Königin hinter dir,

bist Diener Ihrer Königsbraut.


Dein Weib sei wenigstens dir gleich,

alles andere kannst vergessen,

jed Ego will beherrschen,

voll kalter Blindheit machtversessen.


Du bist Alles Licht und Schatten,

Herr deiner Hölle an tausend Himmel,

bist Egos jochend Schattenreich,

oder Ruhefels im Streitgewimmel.


Erinnere dich Sohn des Königs,

bist nur du deines Glückes Meister,

was wieder dein Gewissen geht,

dient nährend deine Geister.


Übe emsig Vergeltung voller Eifer,

sei Sühneengel jeder schändlich Tat,

lass gewaltenreine Liebe deine Rache sein,

du Sprössling edler Göttersaat.

Mach den Tod zu deinem Verbündeter,

kannst deine Krieger sonst nicht leiten,

Kraft der Liebe führ an dein Heer,

erst recht wenn alle in sich streiten.


Sei herzgerechtes Geben und Empfangen,

dein nährend Sold der Krone Lohn,

übest am eigenen Herzen Hochverrat,

verlörst dein Ehr an Schmach voll Hohn.


Deine Ehrlichkeit und königliche Würde,

wie Wasser hütend deiner Hände hältst,

wenn Niedertracht und Heuchelei sie leert,

in die Hölle eigener Zwietracht fällst.


Lass letzte Fetzen Hoffnung sterben,

kannst keinen aus Samsara retten,

sei Erhebung die sich selbst befreit,

bist Schloss und Schlüssel deiner Ketten.


Der Genügsamkeit sei zugetan,

und hüte dich vor Karmas Schulden,

wer Balance der Dinge ignoriert,

wird geschlagen seiner Wunden.


Halt sauber offen deinen Tempel,

und ehre Gott im Herzen dein,

sei redlich ehrbar Kampfeskrieger,

zieht nur Liebe Schwert im Stein.


Mach mir keine Schande Sohn,

denn du bist Erbe meiner Krone,

als Gollum seinem Schatz verfiel,

ward er selbst zur Todeszone.


Hüte dich vor Gurus und Priestern,

sind der Scheinheiligkeiten größten Parodien,

gepredigt Wasser besoffen vom Wein,

und dann in Freudenhäusern knien.


Nur wer dich von Herzen liebt,

auf dessen Ratschlag sollst du hören,

sei achtsam du mit deiner Wahl,

denn falsche Freunde dich nur stören.


Der Mensch hat Angst vor Liebe,

genau das habe ich erlebt,

hast du dich denn nie gefragt,

warum sich im Herzen da nichts regt?


Halt straffes Segel Ruder fest,

ausgerichtet auf dein Ziel,

trag mit Gleichmut deine Stürme,

und Bewusstsein sei dein Kiel.


Was wird auf deinem Grabstein stehen?


Du bist Regisseur deines Lebens,

wie wird deine Story enden?

Wird “Herzenheld“ geschrieben stehen,

oder “Verlogene Fotze“ an den Wänden?


Was wird auf deinem Grabstein stehen?


Für heute sei`s genug der Worte,

zwingt die Schwere mich zur Ruh,

gewogen fühle ich Gottes Hand,

fallen mir die Augen zu.


Was wird auf deinem Grabstein stehen?

Was wird auf deinem Grabstein stehen?

Was wird auf deinem Grabstein stehen?


Einfach nur Liebe


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