• Josefine Rosenbaum & Heinrich Wolkenstein

Thea & ihre Gedanken über's Fühlen

Heute sagte ich zu Steffen, wie ich mich darüber freue, in mir wahrzunehmen, dass sich mein intuitives Fühlen mir selbst und meiner Umgebung gegenüber immer mehr verfeinert und sensibler wird. Über diese Aussage dachte und „fühlte“ ich dann nochmal nach und sagte ein paar Minuten später zu ihm: „Also ... wenn ich ehrlich bin, fühle ich genauso viel wie früher. Der einzige Unterschied liegt darin, dass ich früher mein Fühlen in gewissen Situationen bewusst unterdrückt und nicht beachtet habe!“ Und warum? Weil die Akzeptanz der gefühlten Wahrheit, die Illusion und Wunschvorstellung der Kreation meines Egos zerstört und aufgelöst hätte. Im Grunde trug ich eine rosarote Brille und wollte die Wahrheit nicht sehen, geschweige denn fühlen. Deswegen habe ich meine intuitive Wahrnehmung bewusst ignoriert, was nicht heißt, dass ich sie nicht gefühlt habe. Ich war einfach nur nicht ehrlich und habe mir selbst etwas vorgemacht.

Tja, da wir aber alle wissen, dass die Verdrängung der eigenen Gefühle nicht funktioniert, dämmerte es mir damals schon, dass es wohl keine nachhaltige Lösung ist, meine persönliche Wahrheit zu ignorieren, um weiterhin meinen Egotrip mit Scheuklappen zu fahren.

Jeder von uns fühlt alles! Wir alle sind fühlende Wesen, die alles wahrnehmen können, wenn wir nur wollen ... Und die Frage des „Wollens“ ist eine Frage der inneren Ausrichtung und Haltung in dir selbst und deinem Leben gegenüber. Willst du ein Leben führen, was auf Lügen und Kompromissen aufgebaut ist, nur um eine nach außen hin scheinbar friedvolle Traumblase zu wahren, die aber für jeden sichtlich erkennbar nicht der persönlichen Wahrheit entspricht? Willst du ein Leben führen, indem sich alle etwas vormachen und nur so tun als ob. Einen auf gut Freund machen, um dann hinter’m Rücken aus Neid und Missgunst die Messer zu wetzen? Willst du ein Leben führen, in dem die Maskerade deines Egos augenscheinlich mehr Wert ist und Ansehen bekommt, als wenn du einfach aus deinem Herzen heraus authentisch du selbst bist?

Ich für mich habe erkannt, dass der klägliche Versuch mein Fühlen zu ignorieren, nur um die Illusion meines eigenen Traumschlosses zu wahren, zu unendlichem Leid in mir selbst führt. Da mag man noch so sehr versuchen, sich einzureden, dass alles schön und in Ordnung sei. Die Wahrheit kommt spätestens dann raus, wenn man nachts ganz für sich alleine im Bett liegt und die Schreie des eigenen Gewissens einen den Schlaf rauben ...

Die Frage ist also, ob du’s dir selbst wert bist, dich aus dem Gefängnis deiner eigenen Selbstbeschränkung und Verleumdung zu befreien? Bist du’s dir selbst wert, dein Fühlen als höchste Wahrheit zu akzeptieren, egal was das für Konsequenzen mit sich bringt? Denn nur dadurch kommst du deinem inneren Frieden näher. Bist du bereit, dich selbst zu lieben und dein Leben nach deinem Gutgefühl und Gewissen auszurichten, auch wenn dass das Ende deines „ach so gut bezahlten Jobs“ bedeutet, auf den du aber eh kein Bock hast, wenn du mal ehrlich mit dir bist!?!?

Ja, alles hat seinen Preis und auf alle Entscheidungen folgen Konsequenzen, deswegen solltest du dir deiner Handlungen im Vorfeld bewusst sein, bevor es zu spät ist ... Und ja, je mehr ich die Illusion und Erwartungshaltungen meines Egos hinterfragte und losließ, und bereit war, meinem Herzen zu folgen, umso deutlicher hörte und fühlte ich die Stimme meiner Intuition mir den Weg weisen. Fühl dich eingeladen, dich zu fragen, was du wirklich von Herzen willst. Wer willst du sein? Ein an die Gesellschaft angepasster Kompromiss, der bereit ist seine persönlich gefühlte Wahrheit im Herzen zu verraten, nur um das Kartenhaus des Egos nicht zum Einsturz zu bringen? Ein Fake und schlechter Abklatsch deiner Selbst? Oder ein herzoffener und ehrlicher Mensch mit Ehre, Würde und Rückgrat, der bereit ist alles dafür zutun, um seinen Selbstwert im Herzen zu wahren. Du kannst es dir auch filmisch vorstellen: Du hast die Wahl zwischen Robin Hood, der lieber das einfache Leben im Wald bevorzugt und auf jeglichen luxuriösen Komfort verzichtet, als sich den korrupten Machenschaften des Sheriffs zu beugen. Oder du nimmst die Rolle des hinterhältigen Sheriffs ein, dessen einzige Waffe und Macht die Angst durch Unterdrückung des Volkes ist. Jeder weiß, wer der wahre König und Anführer ist, nämlich der dem die Herzen still im Innern vertrauen und folgen. Und so auch in dir. Robin Hood steht sinnbildlich für dein Herz und der Sheriff für dein Ego. Wer in deinem inneren Königreich führt das Zepter? Ist es ein liebender und dem Volke zugewandter König, der seine Entscheidungen nach den Tugenden eines jeden Herzens ausrichtet, gerecht und zum Wohle des Volkes handelt? Oder ist es ein Tyrann, der das eigene Volk unter seiner Schreckensherrschaft in die Sklaverei führt und das einzige Wohl, für das er einsteht und kämpft der eigene Wohlstand und Bereicherung seiner selbst ist. Und für den er bereit ist, seinem Volk das letzte Hab und Gut zu nehmen.

Wer willst du sein? Entweder oder ... Du kannst dir nichts vormachen und dein Gewissen kennt keine halben Sachen.

Ich glaub an dich und dein Herz. In Liebe, deine Thea.



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