• Josefine Rosenbaum & Heinrich Wolkenstein

Kundalini-Sex als Tor zum göttlichen Urfeld!

Erfreut habe ich dies Buch gelesen und war überrascht, da mir bisher nur wenige Menschen begegnet sind, die mit dem Begriff Kundalini-Sex überhaupt etwas anzufangen wussten, geschweige denn persönliche Erfahrung damit hatten. Anschaulich beschreibt Heinrich Wolkenstein anhand mannigfaltiger Begegnungen mit verschiedenen Frauen die Tiefendimension der Sexualität, viele dieser Frauen kommen selber zu Wort. Das Potential von Kundalini-Sex ist die Öffnung des Tores zur Einswerdung mit Gott, nährend und heilend und unbeschreiblich schön und ergreifend, überirdisch, ekstatisch und lustvoll. Meiner Erfahrung nach kein bisschen übertrieben. Die Frau hat den Schlüssel dazu in ihrem Körper als Schöpfungsgabe, daher die naheliegende Überzeugung, dass das Matriarchat Teil des heilsamen Weges jetzt und für unsere Zukunft ist. Ja! Sich diesem Erleben zu nähern, geht nur über das Loslassen des Egos, darüber wird hier viel geschrieben und ist, wie ich finde, Kernaufgabe unserer spirituellen Übung im Alltag. Das Ringen in jedem Moment, dem Herzen die Führung zu überlassen, der Liebe zu folgen und alles, was sich in unserem Verstand und durch unsere Emotionen dazwischen stellen möchte, loszulassen. Eine fortwährende Entscheidung, mit unserem göttlichen Kern verbunden zu bleiben, ganz selbstlose Liebe zu werden. Interessanterweise habe ich das Vollbild der Kundalini (in der Entfaltung aller Chakren) inklusive empathischer Erektion im Rahmen des vom Verfasser geschmähten Slow Sex erfahren dürfen. Dies war durch die Hochbegabung der Frau möglich, das Tor für die Kundalini Energie für uns beide weit zu öffnen. Dann die Beschreibung der empathischen Erektion, die für uns Männer eine wunderbare Hilfe zum Loslassen des Leistungsdruckes in Bezug auf Potenz und Erektion darstellt. Entspannen in der vertrauensvollen Hingabe an die sexuelle Kraft der Frau. Ja schön, was hier zu lesen ist. In der weiteren Beschäftigung mit dem Buch fehlen mir allerdings bei aller vorhandenen Wortgewalt Antworten auf Fragen, die ich hoffe, in einer zukünftigen Auflage lesen zu können. Insofern finde ich das Werk unvollständig, einseitig: Die Befreiung aus dem Rad der Wiedergeburten wird hier formuliert, ist unser Ziel, aber wie genau führt uns die Kundalini dorthin, was geschieht da im Detail? Der Frau als Königin zu dienen, ist unsere männliche Aufgabe. Und Dienst am Du ist die erste Selbstverpflichtung des Yogi. Aber wie sieht das als Übung im Alltag jenseits der Bettkante aus? Und was ist, wenn Kundalini Sex nicht mehr möglich ist, wenn uns Leiden, Krankheit, Alter, Verletzung und Tod ereilt? Oder einfach die Partnerin, mit der das möglich ist, nicht (mehr) da ist? Spätestens hier ist meines Erachtens der andere Pol der spirituellen Entwicklung, die Entwicklung von Leere erforderlich, die wiederum die Erfahrung von Nirvana ermöglicht. Kundalini ist göttliche Kraft und wunderbar, gehört aber zur Sphäre des Samsara. Auch das gilt es schlußendlich loszulassen, was nicht bedeutet, sich in die Ablehnung von Sex oder in Askese zu verirren, sondern die absolute Freiheit zu manifestieren, die unsere ursprüngliche Natur darstellt. Nirvana und Kundalini/Samsara gelöst in sich zur Einheit zu bringen. Und da forsche und entwickle ich gern mit. Ich danke den Verfassern für die Herausforderung, weiterzudenken und zu -gehen, den eigenen Weg zu überprüfen und gemeinsam miteinander zu lernen, Gottes kreativer liebender Ausdruck in dieser Welt und all-eins zu werden.



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